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| FilmTipps |
| Bridget Jones Nein, es ist kein Film mit besonderem Anspruch. Man darf keine brisanten Themen erwarten, keine Gesellschaftskritik, und auch die Machtfrage zwischen den Geschlechtern bleibt unberührt. Und trotzdem - obwohl das Werden einer tragfähigen Beziehung hier den traditionellen Mustern einer klassischen Tragikomödie folgt, ist der Film auf der Höhe der Zeit. Ja, sie kommen alle vor, die Klischees, die wir aus den unsäglichen Hollywood-Filmchen kennen: Es gibt den guten und den bösen Mann, die Frau ist schon über dreißig, noch allein und hat gefälligst Torschlusspanik zu haben, während die Männer die allseits begehrten Objekte darstellen. Und trotzdem: Da ist nicht der übliche verlogene Weichzeichner. Vieles erscheint uns sehr bekannt, und so mancher merkt ja, dass unsere Verhaltensweisen im Alltag immer wieder ihren in langer Menschheitsgeschichte gewachsenen Mustern folgen, und der Kopf mitunter ausgeschaltet bleibt. Trotz alldem: Es ist ein wunderschöner Film. Keiner vielleicht, dessen Bilder und Texte uns eingebrannt bleiben werden in unser Gedächtnis, um bei passender Gelegenheit wieder als Zitat oder Erinnerung eingesetzt zu werden. Aber es ist ein Film, der insgesamt eine wohlige "Alles wird gut"-Atmosphäre aufkommen lässt. Die Titelheldin ist eine sympathische Verlagsangestellte mit kuscheliger Dachwohnung in einem schönen Londoner Altbau - aber eben nicht so ein Abziehbild des Wohlstandes, nein eine Stadtautobahn führt schon am Haus vorbei. Bridget taugt auch selbst nicht zum Abziehbild. Sie hat eine gute Mischung aus Selbstbewusstsein und Selbstzweifel, aus Familienhang und Selbstbehauptung, aus Klugheit und Dummheit - und eine körperliche Erscheinung, die sowohl einen attraktiven Gesellschaftsabendauftritt zulässt wie eine Werbung für die Mittel gegen die kleinen Pölsterchen. Kurzum: eine nette und gebildete Großstadtbewohnerin mit einem Medienberuf, einer ebenso netten Freundesclique, aber eben ohne Mann. Und um die Suche nach einem solchen geht es, und darum wie sie daraus die Suche nach dem Richtigen macht. Dass so eine Suche ihre Zeit braucht, lässt sich auch am Wandel der Jahreszeiten ablesen. Der Film beginnt beim weihnachtlichen Besuch im Elternhaus - wo sie natürlich gleich von allen Seiten mit der Frage nach dem Partner bombardiert wird, den es aber eben immer noch nicht gibt. Dass es dann der absolut unpassend scheinende ehemalige Nachbarsjunge, mit dem sie die Mutter verkuppeln will, am Ende wirklich werden soll, das braucht ein ganzes Jahr und das Meistern quälend vieler Hindernisse. Dabei wird es uns Zuschauern mal heiß und mal kalt, und manch peinliche Situation ist so perfekt in Szene gesetzt, dass wir uns selbst ein wenig zu schämen beginnen. Aber die Belohnung ist dann das Happy-end. Und das findet statt in eben jenem wunderbaren Altstadt-London, das der Weihnachtsmann so wunderbar verzaubernd mit Schnee bestäubt haben muss. Das ist ein Film für den romantischen Städter, der vielleicht auch schon Notting Hill und E-mail für Dich genossen hat, und der sich so aufgewärmt sagen kann: Der Winter kann kommen. |
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