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| FilmTipps |
| Die Unberührbare Ja, natürlich ist dieser Film - wie alle anderen, die ich hier vorstelle - schon ein großes Plus gegenüber den elenden Hollywood-Schmonzetten - und dennoch: er ist auch eine Enttäuschung. Nicht nur, weil das Vorab- und Eigenlob so hohe Erwartungen weckte, sondern vor allem, weil er mit seiner Hauptfigur so unredlich umgeht. Denn auch, wenn der Name leicht abgeändert in der Handlung erscheint, jeder weiß ja (und jeder SOLL ja wissen), dass es sich um einen biographischen Film über Gisela Elsner handelt. Man kam ja ausserdem auch kaum umhin, in der Vielzahl der Presse- und TV-Kommentare und -Ankündigungen zu erfahren, dass es sich bei dem Filmmacher trotz unterschiedlicher Familiennamen um den Sohn der dargestellten Schriftstellerin handelt. Aber genau da scheint mir das Problem zu liegen: Ich habe den Eindruck, der Film dient mehr der (auch noch selbstgerechten) Psychohygiene des Autors, der scheinbar schon zu Lebzeiten der Mutter wenig für diese übrig hatte. Nun wirft er ihr auch noch postum filmischen Schmutz hinterher: Zu polemisch und scherenschnittgrob ist der kontrastive Schnitt von der Vertreterin sozialistischer Wunschideen zur Luxusshopperin in Münchner Spießerboutiquen. Hier wird nicht entdeckt - hier wird diffamiert. Und dann die Darstellung Gisela Elsners als immerwährend Erfolgloser, immer schon Zu-spät-Gekommener. Wer sich noch erinnert, wie gefeiert in der Bundesrepublik beispielsweise ihre TROUBADORA war, der weiß, dass auch dies falsch ist. Elsner war einige Zeit sehr erfolgreich und traf den Nerv der Zeit. Überhaupt versäumt der Filmmacher die Chance, anhand einer wahrlich spannenden Biographie ein Stück Zeitgeschichte zu bearbeiten. Auf- und Abstieg Gisela Elsners sind nun wirklich sehr leicht als mehr zu erkennen, als Momente in einem Einzelschicksal. Aber das interessiert den Sohnemann nicht: Er will nur seine befleckte Haut reinwaschen und fällt nur noch einmal mehr in den Schlamm der Charakter- und Verantwortungslosen. Deshalb ist es wohl gerecht, dass ich schon jetzt nicht mehr seinen Namen erinnere. Der Name Gisela Elsner wird wohl noch lange im Bewusstsein Literatur- und Politik-Interessierter bleiben. Und vielleicht entdeckt ja nach dieser misslungenen Erstthematisierung ein guter Filmemacher den spannenden Stoff für sich und schenkt uns einen lohnenden Film über die Elsner. Wenn er dafür noch einmal die Hannelore Elsner gewinnen könnte, wäre dies sicher kein Schaden. |
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