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| Und wenn FACTS über Design berichtet oder über Architektur, dann kommt seine großvolumige Bebilderung voll zur Geltung. Das Wichtigste ist aber: Kritik wird an der Sache geübt, und der Politik-Teil wird nicht zum Goldenen Blatt für Abiturienten, wo es das Wichtigste scheint, wer mit wem nicht kann und wer wem deshalb wieder mal Schlechtes nachgesagt oder Steine in den Weg gelegt hat. Und FACTS übt sich auch nicht in Polemik, die kaum verhüllt, welches politische Lager unterstützt werden soll. Die kritische Berichterstattung bleibt, was viele andere nur noch zu sein behaupten: überparteilich. Deshalb gilt, seit ich dieses Schweizer Nachrichtenmagazin kenne und mit Freuden lese, für mich der Satz: Wer FACTS kennt, weiß, dass Deutschland schon lange kein Nachrichtenmagazin mehr hat. |
| FACTS ist ein Nachrichtenmagazin aus der Schweiz. Und obwohl es erst seit einigen Jahren auf dem Markt ist, obwohl es sehr erfolgreich ist und den Neuen Medien von Anfang an sehr aufgeschlossen war: FACTS belebt eine journalistische Tradition: Nachrichten weder ellenlang noch telegrammkurz, aber gut recherchiert und mit deutlicher Trennung zum Meinungsteil, Hintegrundberichte mit Recherche und ohne Häme, längere Sachreports, die auch wirklich sachlich sind. Dass das alles sehr unterhaltsam, gut gemacht und gut optisch gestaltet sein kann, wird feststellen, wer das Blatt in Händen hält. Ich finde zusätzliche Vorteile: Für einen Deutschländer ist es ein wohltuender Blick über den nationalen Tellerrand, aber in der eigenen Muttersprache und mit einem Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen geografischen Raum - und deshalb natürlich neben den Schweizer Berichten auch eine Menge Themen über Deutschland. Für ein Schweizer Medium aber typisch ist die traditionelle Multikultur des Drei-Sprachen-Landes. Das merkt man insbesondere im Feuilleton, das wohltuend wenig Hollywood, dafür aber umso mehr Frankophones enthält und Italienisches, das den arabischen Raum im Blickfeld hat (besonders auch im Musikteil mit seinem Schwerpunkt auf "Welt"- und Jazz-Musik) und das einfach weiß, was eine Café-Haus-Kultur so braucht: gute Literatur - anregende Musik und ebensolche Debatten. |