Es ist mehr als zehn Jahre her, dass ich in Düsseldorfs fazinierender Altstadt zum ersten Mal die libanesische Kochkunst genossen habe. Damals noch in einem schön gestalteten Schnellrestaurant mit Außenbestuhlung und arabischem Kardamom-Mokka aus Thermoskannen in orientalischem Design mit Schnabelausguss. Das Libanon-Express war - wie ich inzwischen gelernt habe - das erste libanesische Schnell-Restaurant in Deutschland. Wer es damals kennenlernte, den wundert nicht, dass dies der Ausgangspunkt einer erfolgsgeschichte werden sollte. Inzwischen hat Düsseldorf mehrere Libanon-Express Restaurants auch im Umfeld der Kö. Das Original in der Altstadt serviert jetzt leider nur noch an Stehplätzen. Aber gleich nebenan, in der Berger Straße 19 residiert jetzt seine große Schwester, das Libanon Restaurant. Das ist zwar leider deutlich teurer, und auch die üppige gemischte Vorspeisenplatte gibt es dort nicht mehr. Aber es lohnt sich, hier ein paar seiner erarbeiteten Groschen zu lassen. Die Karte ist opulent und bietet fast alle Köstlichkeiten der wunderbaren libanesischen Küche. (Leider keine Fischgerichte.) Wer sich´s ganz arg gut gehen lassen möchte, bestelle eines der Menüs, deren Zusammenstellung man sich unter der unten angegebenen Internetadresse schon einmal vorfreudig ansehen kann. Dann zahlt man zwar pro Person zwischen 58 und 94 Mark, bekommt aber garantiert einen Eindruck davon, was ein orientalisches Festmahl bedeutet. An Samstagen wird man leider zu solcher Schwelgerei gezwungen, denn dann werden ausschließlich Menüs serviert. An allen anderen Tagen steht eine Vielzahl schöner Einzelgerichte bereit, die im Preis dem anderer guter internationaler Restaurants vergleichbar sind. Ich habe mir in diesem Jahr aus mehreren einzelnen Vorspeisen selbst die gemischte Vorspeisenplatte zusammengestellt - und natürlich prompt viel zu viel bestellt. Vier von fünf Gerichten waren wirklich hervorragend, einzig die Falafel hielten sich aromatisch eher im Hintergrund. Wer sich beim Bestellen besser im Griff hat als ich - oder zuweilen eben genauso unvernünftig ist - kann sich hernach an der oben gezeigten Desserttheke zur Auswahl des süßen Abschlusses einfinden. Das Libanon-Restaurant ist optisch und geschmacklich ein Erlebnis, und ich freue mich schon auf den nächsten Anfall von Unvernunft, der mich bei meinem nächsten Düsseldorf-Besuch mit garantierter Sicherheit ereilen wird. |