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| Nicht Islam, sondern Faschismus In einem kulturtheoretischen Essay in der tageszeitung vom 6. Oktober 2001 bringt Diedrich Diederichsen den Massenvernichtungsanschlag und die politische Bewegung, die solche Mittel wählt, auf den Begriff, der mir schon lange als die passende Formel dient. Es geht hier nicht um eine religiöse Haltung, es geht auch nicht in erster Linie um die tatsächlich kritikwürdige Machtpolitik der USA, es geht um etwas leider gar nicht Erst- und Einmaliges, es geht um etwas, was gerade auch uns Deutschen den einfachen Fingerzeig auf angeblich Fremdes verbietet. Es geht um Faschismus, es geht um faschistische Unterdrückungspolitik nach Innen, und es geht um faschistische Angriffe auf andere Staaten. Zitat Diederichsen: " Ähnelt nicht das Bündnis aus einer in verschiedener Hinsicht gedemütigten oder sich so fühlenden (vorwiegend technischen) Intelligenz mit den lumpenproletarischen Ärmsten der Armen proto-faschistischen Konstellationen? War nicht die Tat blanker Faschismus: So viel Schrecken wie möglich verbreiten, ein schrilles leuchtendes Signal setzen - früher Mussolini plus Sorel und Marinetti? Ist nicht Irrationalismus auf der Höhe der Zeit genau das, was man - nunmehr eben mit einem politischen Begriff und nicht einem kulturellen - Faschismus nennt? Und wäre nicht der antisemitische Charakter der "Bewegung" durch diesen Begriff auch besser eingeschlossen, sein gesellschaftspolitisch reaktionäres und frauenfeindliches Programm obendrein? Der Nachteile dieser Beschreibung sind indes auch viele. Lokal: Die Deutschen werden in Bezug auf ihre Vergangenheit erleichtert ausrufen: "Weve got a bigger problem now." Global: Der Kampf gegen den Faschismus könnte auf noch bescheuertere Art zur generellen Rechtfertigung jeder Form von Gegenschlag und Mobilisierung dienen. Er könnte zukünftigen Gegenschlägern ein noch unbekümmerteres Tun ermöglichen. Schließlich können sich alle darauf einigen, dass Faschismus das absolut Böse ist. Dennoch: Das Wort ist trennschärfer als Terrorist. Denn dass des einen Terrorist des anderen Freiheitskämpfer ist, weiß schon Sabine Christiansen. Wer in letzter Zeit Leute wie den iranischen Außenminister gehört hat, der ausdrücklich auch Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung als nicht terroristisch verstanden wissen wollte, braucht zweifellos andere Termini. " Damit ist die gebotene Vorsicht im Umgang mit dieser politischen Formel angemahnt. Ich habe als Faschismus nach dem Zweiten Weltkrieg auch nur wenige politische Systeme bezeichnet, im Wesentlichen waren das die Diktaturen Südamerikas und das System der Roten Khmer in Kambodscha. Die Gemeinsamkeiten, mit den Unterdrückern, die den religiösen Begriff des Islam für Ihre Taten missbrauchen, sind frappant: * die gewaltsame Unterdrückung Andersdenkender im eigenen Machtbereich * absolute Menschenverachtung * Gewalt gegen Frauen, Homosexuelle und Antisemitismus * Kampf gegen demokratische Staatsordnung und Antiamerikanismus * rassistisch definiertes Feindbild ohne Unterscheidung der politischen Position * erzwungene und freiwillige Unterordnung eigener Lebensinteressen unter das Ziel des Vernichtungskrieges * Inkaufnahme totaler globaler Vernichtung Wer in seiner politischen Überzeugung aber geringe Bestandteile gemeinsamer politischer Kritik identifiziert, der lese das Programm der NSDAP, auch dort wird er fündig werden.. |
| Frauen sollten keinen Schleier tragen müssen |
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