jkkkk
"Küsst die Faschisten, wo immer Ihr sie trefft !"

Immer wieder höre ich dieser Tage von einem Unrecht: Da werden Moslems im Westen für den Massenvernichtungsanschlag verantwortlich gemacht. In den ersten Tagen danach gab es vereinzelt Beschädigungen an religiösen Gebäuden, die häufigste Äußerung dieses Vorwurfs aber, das ist der vielsagende Blick auf muslimische Mitbürger. Am deutlichsten spüren das diejenigen, die am ehesten als solche erkennbar sind: Frauen, die sich in konservativ-muslimischer Art kleiden.

Nun habe ich immer wieder erlebt, dass dort, wo zwischen zwei Polen ungerechte Verhältnisse herrschen, die Erkenntnis am klarsten erscheint, wenn man in Gedanken einmal die Vorzeichen einfach umdreht. Viele Vorwürfe der Frauenbewegung beispielsweise offenbarten sich auf diese Weise am schnellsten als berechtigte Vorwürfe. (Unvergessen das wunderbare Buch von den
Töchtern Egalias) Deshalb hier ein Spiel der Gedanken:

Wir stellen uns vor, ein texanischer Öl-Milliardär hat sich entschlossen, seine rassistischen Träume wahr zu machen. Er widmet seinen Reichtum und sein Knowhow den amerikanischen Neofaschisten. Es entsteht ein umfassendes paramilitärisches Netzwerk und ein gigantischer Plan: "Kill the Arabs !" Nach genau durchdachter Logistik läuft ein Massenvernichtungsanschlag ab wie ein Uhrwerk. Als amerikanische Geschäftsmänner getarnt, schmuggelt sich eine ganze Sondereinheit der Faschisten in mehrere Maschinen der
Saudi Arabian Airlines, wartet bis die Flughöhe erreicht ist und greift dann, mit Messern bewaffnet, Passagiere und Besatzung an. Die ersten unschuldigen muslimischen Flugbegleiterinnen sterben. Das Ziel aber ist größer: Die Mörder ergreifen das Steuer und machen die vollbetankten Flugzeuge zu Massenvernichtungsbomben. Die erste Maschine schießen sie in ein Symbol aufstrebender wirtschaftlicher Macht auf der arabischen Halbinsel: Das 321 Meter hohe Burj Al Arab-Hotel wird zum Feuerball, Hunderte Menschen sterben einen qualvollen Tod. Als der Turm schließlich vollständig zusammenbricht, begräbt er unter sich Menschen aus über 40 Nationen der Erde, Touristen, Geschäftsleute, Personal, Kinder, Männer und Frauen aller Altersgruppen. Die zweite Maschine zerstört die Kasbah. von Tunis. Möglichst viele "dirty arabs" sollen sterben, und der teuflische Plan gelingt.

Hier soll die scheußliche Phantasie des Menschen zum Stillstand gebracht werden. Kehren wir zum Ausgangspunkt zurück:
Wäre nach solch einer Untat das schrecklichste Unrecht, das Mitbürgern amerikanischer Herkunft im Sudan, im Yemen und in Palästina von aufgebrachten Menschen auf der Straße droht, der schiefe Blick auf ihren westlichen Anzug - Gott und den Menschen auf der Welt wäre geholfen.




...... und in der nächsten Geschichte werden wir hören von den beiden arabischen Entwicklungshelfern in den USA, anerkannte Wissenschaftler der Medizin mit syrischem Pass, die am
Massachusetts Instute of Technology die amerikanische Krebsforschung verstärken, aber in der Todeszelle enden, weil sie im Verdacht stehen, eine Moschee gründen zu wollen.


für die Inspiration hierzu ein kleiner Dank an Henryk Broder
"Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft" ist eine bitter ironische
Zeile aus einem frühen antifaschistischen Text von
Kurt Tucholsky - in den Flammen und Trümmern des
World Trade Center starben mehr als 5000 Menschen aus
62 Nationen
zurück zur Übersicht
Reaktionen auf
die Massenmorde
KOHNpage.de
Menü für Freunde
Bei NETSCAPE bitte kleinste Schrift einstellen Details hier
Menü für Studierende
Reaktionen auf
die Massenmorde